Apple wird zum 1. März 2025 den langjährigen Hardwareentwickler John Ternus zum neuen Chief Executive berufen. Der Konzern habe Ternus in einem internen Schreiben von insgesamt sechs Problemfeldern unterrichtet, von denen zwei bereits öffentlich bekannt seien, teilte Apples Pressestelle mit. Die vier weiteren Probleme seien dagegen erst nachträglich in den modifizierten Stellenbeschrieb aufgenommen worden und hätten verbindlich bis zum 31. Dezember 2025 gelöst zu sein.

Bei den ursprünglichen zwei Problemen handelt es sich um die Integration künstlicher Intelligenz in Apples Produktlinie sowie die geopolitische Abhängigkeit von der chinesischen Produktion. Beide hätten seit Amtsantritt Tim Cooks 2011 zu einer Belastung der Quartalsberichte beigetragen, hieß es in der Mitteilung. Das neue, dritte Problem entstehe durch die fehlende Lösung der ersten beiden Probleme und stelle daher eine Metaebene des ursprünglichen Problemkomplexes dar. Das vierte Problem sei die Existenz des dritten Problems. Das fünfte Problem sei die Dokumentation des vierten Problems in einem rechtsverbindlichen Schreiben. Das sechste Problem schließlich bestehe darin, dass die Lösung aller fünf vorherigen Probleme wiederum neue Probleme schaffe, die ihrerseits zu lösen seien.

Ternus teilte per Email mit, dass er die Aufgabenstellung „zur Kenntnis genommen” habe. Der Konzern kündigte an, dass bis Ende Januar 2025 ein Beratungsunternehmen die genaue Gewichtung der sechs Probleme untersuchen werde, um eine priorisierte Abarbeitung zu ermöglichen. Parallel dazu arbeite eine nachgelagerte Stelle an der Frage, ob die Priorisierung selbst ein siebtes, eigenständiges Problem darstelle oder lediglich eine Unterform des dritten Problems sei.

Der Finanzanalyst Simon Petermann von der Investmentbank Goldman Sachs bewertete die Maßnahme als „strukturell sinnvoll, allerdings mit erheblichen Implementierungsrisiken”. Ternus’ Vorgänger Tim Cook habe es geschafft, alle Probleme über 14 Jahre zu verwalten, ohne sie zu lösen, sagte Petermann. Dies stelle jedoch eine bewährte Strategie dar. Ein Lösungsversuch könnte daher zu unerwarteten Nebenfolgen führen.

Ein Sprecher des Aufsichtsrats erklärte, die sechs Probleme seien „zunächst als fünf Probleme identifiziert worden, dann als sieben, dann wieder als vier”. Durch ein neues Evaluierungsverfahren sei man auf die Zahl sechs geeinigt worden. Diese sei „weder zu hoch noch zu niedrig gewählt” und entspreche einer Stichprobe von Beratungsempfehlungen aus den letzten achtzehn Quartalen.

Das KI-Problem betrage nach Darstellung Apples circa 3,2 Milliarden Dollar an unbenutzten Rechenkapazitäten pro Quartal. Das China-Problem ließe sich auf etwa 47 Prozent der Lieferkette beziffern. Das dritte Problem, jenes der Problemexistenz, sei nicht zu quantifizieren. Das vierte Problem hingegen könne bereits mit 813 Fachbereichszuständigkeiten bewertet werden, die jeweils zwei Wochen benötigten, um die Existence des vierten Problems gegenseitig zu bestätigen. Eine offizielle Prognose über die Lösungswahrscheinlichkeit wurde nicht abgegeben. Stattdessen kündigte Apple eine Zwischenprüfung für April 2025 an, um die Notwendigkeit einer Regelprüfung zu überprüfen.

Die vier nachträglich hinzugefügten Probleme seien „weder zu hoch noch zu niedrig gewählt" und entsprächen einer fundierten Beratungsempfehlung.

— Sprecher des Apple-Aufsichtsrats