BERLIN (ewb) —
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am Montag in Berlin den offiziellen Start der neuen Bürgergeld-App bekanntgegeben. Das Projekt mit Gesamtkosten von 240 Millionen Euro soll Antragstellerinnen und Antragsteller nach Angaben des Ministeriums „durchgängig digital begleiten, ohne dass ein persönlicher Kontakt mit einer Behörde zwingend erforderlich ist”.
In einer ersten Pressevorführung präsentierte Arbeitsministerin Bas (SPD) die Anwendung auf einem Diensttablet. Nach dem Start erschien eine Ladeanimation in Form eines rotierenden Balkens. Auf die Frage, wie lange dieser Vorgang üblicherweise dauere, verwies die Ministerin auf den „produktiven Dialog mit dem Generalunternehmer”.
Ersten Rückmeldungen aus einer Beta-Gruppe im Jobcenter Duisburg zufolge öffne sich die App „durchschnittlich nach 14 Werktagen” erfolgreich. In rund 30 Prozent der Fälle sei nach Abschluss der Ladephase ein Fehlerfenster mit dem Text „Bitte wenden Sie sich an Ihr Jobcenter” erschienen, woraufhin Nutzerinnen und Nutzer wieder auf den klassischen Postweg verwiesen würden.
Die Opposition kritisierte die Kosten als unverhältnismäßig. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dürr sprach von einem „klassischen Fall digitaler Symbolpolitik”. Die Linke forderte eine Offenlegung der Vergabeunterlagen. Aus Kreisen des Bundesrechnungshofs hieß es, eine Prüfung sei eingeleitet, werde aber „angesichts der Aktenlage möglicherweise selbst digital unterstützt”.
Das Ministerium teilte am späten Nachmittag mit, ein erstes Update sei „bereits in Vorbereitung”. Der neue Funktionsumfang werde kommuniziert, sobald das interne Projektmanagement-Tool wieder erreichbar sei. Dieses basiere auf derselben technischen Plattform wie die Bürgergeld-App.
„Die App funktioniert genau so, wie wir sie ausgeschrieben haben. Das ist natürlich bedauerlich.“
— Interner Vermerk des BMAS